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Veranstaltungen

Audi Motor Hungária Kft. 31. Oktober 2012

Audi-Geschäftsführer Thomas Faustmann vor dem DWC

„Es geht uns in Ungarn sehr gut“

Audi Hungaria-Geschäftsführer Thomas Faustmann: Unser Job ist es, attraktive Bedingungen zu schaffen, um exzellente Mitarbeiter zu bekommen und zu halten.

Die Gyõrer Audi Hungaria Motor (AHM) Kft. ist seit ihrer Gründung im Jahr 1993 eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Letzte Woche erhielten die Mitglieder des Deutschen Wirtschaftsclubs (DWC) die Möglichkeit, sie noch besser kennenzulernen und sich aus erster Hand durch Geschäfts­führer Thomas Faustmann über die Motoren- und Fahrzeugfabrik, Un­garns größtes Exportunternehmen, zu informieren.

Bevor der Geschäftsführer auf die beeindruckenden Perspektiven seiner Fabrik einging, unternahm er für die Gäste zunächst einen Exkurs in die Geschichte, beginnend mit dem Jahr 1993, als in einer ehemaligen Halle der Gyõrer Automotive-Firma Rába die Motoren-Kompo­nen­tenfertigung begann. Ein Jahr später war die Fabrik bereits so weit, dass hier die ersten Motoren gefertigt werden konnten. Ein nächster wichtiger Meilenstein war das Jahr 1998, als für die Fabrik mit der Produktion des Audi TT das Ka­pitel der Fahrzeugfertigung seinen Anfang nahm. 2001 begann dann die technische Entwicklung, zunächst erst einmal für die Moto­ren-Fertigung. Seit 2005 gibt es bei Audi Hungaria auch einen Werk­zeugbau.
Die bei all diesen Aktivitäten erzielten Erfolge und gewonnenen Erfahrungen bei der Herstellung von Premium-Qualität waren dann ein gewichtiger Grund dafür, dass die Konzernspitze dem Standort Gyõr 2010 den Zuschlag für die Errichtung einer kompletten Fahr­zeug­fertigung erteilte. „Den ersten Beton haben wir am 23. März 2011 gemacht. Zu Weihnachten waren bereits die Hallen wetterdicht“, illustrierte Faustmann das beeindruckende Tempo bei der Verwirk­li­chung dieser Investition. Möglich sei es nicht zuletzt durch eine konstruktive Haltung der mitwirkenden Behörden geworden. Selbst ein unerwartetes Umweltproblem konn­te zügig im Interesse aller beteiligter Seiten und nicht zuletzt der Um­welt geklärt werden. Faustmann fand in diesem Zusammenhang lobende Worte für die ergebnisorientierte, realistische Haltung der Behörden, aber auch der Medien.

In Deutschland hätte es seiner Meinung nach wesentlich länger gedauert, das Problem aus der Welt zu schaffen.
Bei der Untersuchung der Erfolgskriterien kam Faustmann immer wieder auf die Qualität, die Leistungsbereitschaft und die hohe Moti­vation seiner Mitarbeiter zu sprechen. „Unser Job ist es, attraktive Bedingungen zu schaffen, um exzellente Mitarbeiter zu bekommen und zu halten“, hob er eine wichtige Aufgabe des Audi-Managements hervor. Bei der Umsetzung dieser Aufgabe scheinen Faustmann und seine Kolle­gen gut voranzukommen. Den Spitzenplatz bei der Hewitt-Umfrage nach dem attraktivsten Arbeits­platz scheint Audi inzwischen fast schon abonniert zu haben. Die Fluktuation liegt bei Audi Hungaria mit einer Rate um zwei Prozent auf einem für ungarische Verhältnisse sehr niedrigem Niveau.

Kleine Teile, großer Erfolg

Dieses Ergebnis ist natürlich teilweise mit der hohen Strahlkraft der Produkte der Gyõrer Audi-Fabrik zu erklären – immer wieder geriet auch Faustmann während seiner Präsentation angesichts der Weltklasse-Fahrzeuge und -Motoren seines Arbeitgebers ins Schwärmen -, teilweise aber auch mit Dingen, die auch andere Firmen verwirklichen können, etwa mit der Schaffung bestmöglicher Arbeits- und Lebensbedingungen für die Mitarbeiter. Als ein eher banal erscheinendes, aber wohl sehr wichtiges Beispiel sprach Faustmann konkret etwa die Schaffung einer attraktiven Kantine an. „Das ist ein kleines Thema, die Summe solcher Themen trägt aber entscheidend dazu bei, dass wir gute Leute bekommen und halten können“, ist er sich sicher. Als ein weiteres Beispiel dieser Art führte er die von Audi geschaffene deutsche Schule in Gyõr an.
Ebenso wichtig sei es auch, dass die Mitar­beiter das Gefühl haben, dass sie sich langfristig fest auf ihren Arbeitgeber verlassen können. In diesem Zusammenhang erwähnte Faust­mann, dass man mit dieser Überlegung im schweren Krisenjahr 2009, als es sowohl im Moto­ren- und auch Fahrzeugbereich gewaltige Auftragsein­bußen gab, keine Mühe gescheut habe, um das Thema Entlassungen eigener Mitar­beiter zu umgehen. Letztendlich war dieses durchaus nicht risikofreie Vorgehen von Erfolg gekrönt, wenig später, als es wieder bergauf ging, war man schließlich sogar heilfroh, sämtliche Mitarbeiter und deren Know-how gehalten zu haben. Der hohe Einsatz hatte letztlich aber auch bei der Motivation und dem Commitment der Mitar­beiter positive Spuren hinterlassen. Auch nach außen hat es sich herumgesprochen, wie sehr Audi zu seinen Mitarbeitern hält: „Mittlerweile ist es so, dass der Werksausweis der Audi Hun­garia wie eine Kreditkarte wirkt“, beschrieb Faustmann einen weiteren wichtigen attraktiven Aspekt einer Festanstellung bei seiner Firma.
Bei aller Freude über die Begeisterungs­fähig­keit, das Fachwissen und die hohe Einsatz­bereitschaft der ungarischen Mitarbeiter machte Faustmann aber auch um das Thema der attraktiven Lohnkosten keinen Bogen. Je nach Bereich und Qualifikation liegen die Kostenvorteile in der Größenordnung von eins zu vier bis eins zu fünf zugunsten von Ungarn. Wie der Geschäfts­führer auf eine Nachfrage aus dem Publikum mitteilte, hätten sich diese Kosten­vorteile gegenüber deutschen Audi-Standorten in den letzten Jahren nicht nur nicht verringert, sondern seien sogar noch größer geworden. Zwar würden die ungarischen Lohnzuwachsraten über den deutschen liegen, wegen der großen Unter­schiede zwischen den absoluten Einkommen würde es aber auch so nicht zu einer Konvergenz kommen.

Atmende Produktion

Dass all die genannten subjektiven und objektiven Gegebenheiten voll zur Geltung kommen können, hängt schließlich auch noch mit den rechtlichen Rahmenbedingungen zusammen, mit denen Faustmann sehr zufrieden ist, insbesondere mit dem Arbeitsrecht. „Wichtig ist, dass wir die Arbeitsgesetzgebung halten können, auf diesem Gebiet ist Ungarn gut“, unterstrich er, wobei er insbesondere die im Vergleich zu Deutschland flexibleren Möglichkeiten lobte. Da es in der Automobilbranche immer wieder zu teils deutlichen Nachfrageänderungen kommt, sei dies ein wichtiger Vorteil.
So konnte auch das neue Fahrzeugwerk bewusst als sogenannte „atmende Fabrik“ konzipiert werden. Seine Jahreskapazität liegt keinesfalls fest bei der – immer wieder zu lesenden Zahl – von 125.000 Fahrzeugen pro Jahr, sondern flexibel in einem Intervall von jährlich zwischen 105.000 und 162.000 Fahrzeugen. Mit Blick auf die Umsetzung all dieser Möglichkeiten lobte Faustmann an dieser Stelle auch ausdrücklich die Gewerkschaften und beschrieb die Zusammen­ar­beit mit ihnen als „exzellent“. Möglich wurde das nicht zuletzt durch ein bewusstes Leben der Audi Hungaria-Werte wie Verbindlichkeit, Teamplay und nicht zuletzt gegenseitiger Respekt.
Nach diesem Überblick über die prinzipiellen Rahmenbedingungen, wobei Faustmann auch immer wieder deutlich machte, dass er auch für durchaus vorhandene negative Aspekte des Wirtschaftstandorts Ungarns nicht blind ist, fiel sein Fazit rundum positiv aus: „Ich kann nur sagen, dass es uns hier in Ungarn sehr gut geht.“

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A Story of Mother Europe am Dienstag, den 8. August 2017 um 19:00 Uhr im Budapest Park, Budapest
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Hiermit möchten wir Euch herzlichst am Mittwoch, 21. Juni 2017 zu der letzten Veranstaltung vor der Sommerpause und damit traditionell zu unserer Top-Managerrunde und Sommerparty im Gundel Restaurant (1145 Budapest, Gundel Károly út 4.) einladen. 

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