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Veranstaltungen

"Geschäftsmöglichkeiten in der Ukraine" 23. November 2011

 

Wie Ungarn vor zwanzig Jahren

DWK Kiew trifft DWC Budapest

Für viele ist die Ukraine noch immer ein fernes, unheimliches Land mit einem unheimlichen Minister­prä­sidenten und einer unheimlich schönen, derzeit aber gerade inhaftierten Ex-Ministerpräsidentin. Wolf­­ram Rehbock, Vorstandsmit­glied des Deutschen Wirtschafts­klubs Kiew, versuchte letzten Mitt­woch, dieses vage durch ein wesentlich konkreteres Bild zu ersetzen.

Ukraine-Experte Wolfram Rehbock: Trotz herausfordernder Standortbedingungen sind in der Ukraine zahlreiche Auslandsinvestoren aktiv.

Eine Ahnung wie viel Jahre das Land hinter den Karpaten hinter Ungarn zurückliegt, ließen schon die ersten Ausführungen von Reh­bock zum deutschen Wirt­schafts­­leben in der Ukraine erahnen. So verharre die deutsche Außen­han­delskammer dort etwa noch immer im Vorstadium eines Delegier­ten­büros, also wie in Ungarn kurzzeitig Anfang der 90er Jahre. Der Deutsche Wirtschaftsklub, der sich dort mit „k“ schreibt, wurde gar erst diesen Februar von einigen deut­schen und ukrainischen Ge­schäfts­leuten aus der Taufe gehoben. Zum Vergleich: Der Deutsche Wirtschaftsclub Budapest, wird am 23. Februar kommenden Jahren bereits seinen zwanzigsten Geburtstag feiern.

Unwillkürliche Erinnerungen an das Ungarn der neunziger Jahre

Auch bei den folgenden Aus­füh­rungen von Rehbock, der seit acht Jahren in Kiew lebt und dort als Rechtsanwalt für die Kanzlei Ar­zinger tätig ist, fühlte man sich unwillkürlich an das Ungarn Anfang der neunziger Jahre erinnert und vielleicht sogar noch an das Ungarn vor der Wende. Probleme mit der Rechtsstaatlichkeit und der Un­ab­hän­gigkeit der Gerichte, eine übermäßige Bürokratie und eine alle Bereiche der Gesellschaft durchdringende Korruption. Was das Län­derrating betrifft, so steckt die Ukraine, schon seit längerem dort, wohin abzusinken sich Ungarn mit Klauen und Zähnen zurzeit wehrt: tief im Ramschstatus. Da Banken nicht über Landesbonität bewertet können, fällt ihre Refinanzierung entsprechend teuer aus.
Ein großes Pro­blem ist das jedoch nicht, da hinter den nationalen Un­ter­neh­men zumeist einer der vielen milliardenschweren Oligarchen steht, der Investitio­nen üblicherweise aus eigener Tasche finanzieren. Problema­tisch ist dieser Zu­stand höchstens für einige Auslandsin­ves­toren, die sich mit dem Gedanken tragen, sich vor Ort zu finanzieren. Die Oligarchen sind nach den Worten von Rehbock aber nicht nur in der Wirtschaft kräftig unterwegs, sondern auch in der Politik. So soll das ukrainische Parlament fast ausschließlich aus Geschäftsleuten und deren Strohmännern bestehen, Lis­ten­plätze werden üblicherweise gegen Geld vergeben. Entsprechend der engen Verbindung von Politik und Wirtschaft falle auch die Arbeit der nicht ganz so unbefangenen Ge­setzgeber aus.

Vorwürfe gegen Timoschenko seien nur Vorwände gewesen

Zuweilen sind sich die Oligarchen selbst nicht ganz grün untereinander und bekriegen sich heftig. In diesem Sinne sei nach den Worten von Rehbock auch die jüngst erfolgte Abservierung der ehemaligen Ministerpräsidentin Julia Timo­schen­ko zu verstehen. Die Vor­wür­fe, für die sie sich vor Gesetz habe verantworten müssen, seien seiner Meinung nach nur Vor­wän­de gewesen. „Keiner der in den neunziger Jahren überwiegend mit Rohstoff­geschäf­ten reichgewordenen Oligar­chen ha­be bei genaueren Nachfor­schun­gen hinsichtlich der Umstände ihrer Bereicherung eine weiße Weste.“ Nach Meinung von Rehbock gehe es bei dem Fall einfach nur darum, die letzte Person, die in der Lage wäre, eine Mehrheit hinter sich zu versammeln, politisch kalt zu stellen.
Angesichts all dieser Informa­tionen würde man vermeinen, dass ausländischen Unternehmen um die Ukraine einen weiten Bogen machen würden. Aber weit gefehlt, auch in der Ukraine gibt es inzwischen eine ansehnliche Zahl an namhaften Auslandsinvestoren. An­gelockt werden sie von einer Viel­zahl von Investitions­mög­lich­keiten, unter anderem im Energie­we­sen und im Infrastruktursektor. Lukra­tiv seien auch die geringen Lohn­kosten, die wiederum Inves­ti­tionen in arbeitsintensive Fertigungen attraktiv machen. Selbst in der Land­wirtschaft mit ihrem hervorragenden Schwarzerdegebieten gäbe es zahlreiche ausländische Inves­toren. „Besuchen sie doch einfach einmal unser Land und schauen Sie sich bei uns um“, warb Rehbock. Immerhin ist Kiew nur anderthalb Flugstunden von Budapest entfernt. Zudem ist die Ukraine für EU-Bürger visumfrei.

 

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