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Veranstaltungen

Jahreshauptversammlung 26.01.2011

Kontinuität und frischer Wind

Jahreshauptversammlung des Deutschen Wirtschaftsclubs

Kontinuität und frischer Wind

Im Amt bestätigt: DWC-Chef Manfred Bey – im Hintergrund die Ex-Vorstände Ern? Dús (l.) und Wolfgang Bartesch.

Dass die diesjährige Jahreshauptversammlung des Deutschen Wirtschafts­clubs (DWC) interessanter als die vorherige werden sollte, versprachen schon zwei vorab verbreitete Memoranden mit deutlich gegensätzlichen Po­si­tionen. Bei der Wahl des Vorstandes und der Vorstandsmitglieder sprachen sich die Mitglieder dann überzeugend für Veränderungen aus.

Finanz-Vorstand Reinhard Hetzer: Solide Finanzlage. Auch 2010 wieder mit schwarzen Zahlen abgeschlossen.

Das erste Memorandum stammt aus der Feder des amtierenden  DWC-Vorsitzenden Manfred Bey. Nach einer kurzen Lagebeschrei­bung macht er sich darin Gedanken über die Ausrichtung des Clubs. Die Ar­beits­teilung bezüglich anderer Or­ga­ni­sationen sieht er wie folgt: „Wäh­rend die Deutsche Bot­schaft im Be­darfsfall den Unter­neh­men politische Kontakte vermittelt und über makroökonomische Fak­ten und Tendenzen informiert, die Han­delskammer, neben betriebswirtschaftlichen Dienst­leis­tungen auch die Geschäftsan­bah­nungen für Firmen organisiert, so steht der Deutsche Wirtschaftsclub mehr im Fokus, wenn es um das sogenannte Networking geht.“

„Moralische Diskriminierung ausländischer Inverstoren“

Ausdrücklich stellt der Vor­sit­zende auch fest, dass der DWC derzeit keine aktive Lobby­tä­tig­keit ausübe. „Unsere Rechts­struk­tur ist die eines öffentlichen Vereins und wir haben kein Mandat, im Ge­gen­satz zur Deut­­schen Bot­schaft und der Deutsch-­­Un­ga­ri­schen Industrie- und Handels­kam­mer (DUIHK), im Auftrage, beziehungsweise im Na­men der Deut­schen Wirtschaft in Ungarn zu sprechen.“ Mit Blick auf die Zukunft muss das aber nicht so bleiben. Ins­be­sondere weil Manfred Bey seit dem Regierungswechsel ge­gen­über den ausländischen In­ves­to­ren eine „gewisse moralische Dis­kri­mi­nie­rung“ und bei einigen von diesen sogar eine „wirtschaftliche Dis­kri­mi­nie­rung“ erkennt.
Erstaunlicherweise sehe er aber keinen oder nur einen sehr verhaltenen Protest von Seiten der Betrof­fenen, beziehungsweise der sie öf­fent­lich vertretenden Organe. Ex­plizit kritisiert er in diesem Zusam­men­hang die „zu seicht“ abgefasste DUIHK-­Stel­lung­nahme vom 25. No­vem­ber letzten Jahres. Insgesamt fehle nach den Worten des DWC-Vor­sit­zen­den eine wirksame „Op­po­sition für ausländische Investoren in Un­garn“. An­ge­sichts dieses Man­gels könnte der DWC diesbezüglich stärker in Er­schei­nung treten. Na­tür­lich nicht auf sich allein gestellt, sondern im engen Verbund mit „anderen schon bestehenden Organi­sa­tio­nen ähnlicher Art“. Bey kann sich unter Um­ständen sogar eine Dach­orga­ni­sation dieser Ver­eini­gun­gen vorstellen.

Kein Mandat zur Vertretung deutscher Investoren

Das zweite Dokument ist zu großen Teilen eine nüchterne Reaktion auf die ambitiösen Vorstellungen von Manfred Bey. Unterzeichnet ist das, als Brief an die Mitglieder formulierte Schreiben von Zoltán Lam­bert, der seit über zehn Jahren aktives DWC-Mit­glied ist und unter anderem für das erfolgreiche DWC-Okto­ber­fest im letzten Herbst verantwortlich war. In sachlichem Ton erteilt er zunächst dem Versuch eine Absage, den DWC zu einer Interessenver­tre­tung der deutschen Wirtschaft zu machen. „Wie in dem Memoran­dum richtig hervorgehoben wurde, wird die Aufgabe, im Namen der deutschen Wirtschaft zu sprechen, von der DUIHK und der Deut­schen Botschaft wahrgenommen. Der DWC hat in keiner Weise ein Mandat, die Ver­tre­tung deutscher In­vestoren zu übernehmen. Dieses Mandat würde auch durch die Grün­dung eines Dach­ver­bandes nicht entstehen.“

“Wir sind Teil der ungarischen Wirtschaft”

Und überhaupt, statt den DWC als Opposition in Stellung zu bringen, setzt Zoltán Lambert mehr auf Kon­zi­lianz: „Der Club sollte sich nicht separieren, also nicht als eine reine Or­ganisation ausländischer Ge­schäfts­­leute verstehen. Zur besseren Inte­gra­tion sollten wir die Nähe zur ungarischen Wirtschaft und zu politischen Organisationen suchen. Wir sind Teil der ungarischen Wirtschaft. Nur als mitwirkende Partner können wir unsere Ziele gemeinsam erreichen.“ Nach einem kurzen Blick in die Zukunft beschäftigte sich Zoltán Lam­bert dann aber umso eingehender mit dem Zu­stand des Clubs zu Be­ginn des Jahres 2011. Hierbei stechen ihm be­sonders die „seit Jahren sinkende Mit­gliederzahl“, das „abnehmende Interesse an den Veran­stal­tungen“ sowie die daraus resultierende „schwi­erige wirtschaftliche Lage“ ins Auge. „Um diesen negativen Trend zu brechen, habe ich mich entschlossen, als Vorsitzender des Clubs zu kandidieren“, kündigte er an. „Nach vielen Ge­sprä­chen mit anderen Mitgliedern bin ich zur Überzeugung gekommen, dass es Zeit ist, einen Wechsel herbeizuführen“, so schloss er seinen Brief.

Positive Trendwende bei der Mitgliederzahl

Dass nicht nur ihm, sondern auch vielen Mitgliedern die Gegenwart und Zukunft des Clubs am Herzen liegen, zeigte nicht zuletzt die Leb­haf­tigkeit der anschließenden Dis­kus­sion. Darin wies der amtierende Vor­­sitzende unter anderem darauf hin, dass sich bezüglich der Mit­glie­der­zahl im letzten Jahr eine Trend­wende vollzogen habe. Allein im Januar entschlossen sich acht Ge­schäfts­leute dazu, Mitglied zu werden; bei einer Gesamtzahl von 124 Mitgliedern am Jahresende 2010 keine gering zu schätzende Zahl. Be­­züg­lich der Fi­nan­zen sorgte wiederum Vorstands­mit­glied Rein­hard Hetzer für Be­ru­hi­gung. Wie immer schloss der DWC auch das letzte Jahr wieder in den schwarzen Zah­len.
Was die Vision einer stärkeren In­te­ressenvertretung betreffe, wies Manfred Bey darauf hin, dass diese Ausführungen seines Memorandums bewusst im Konjunktiv formuliert seien. Diese und weitere Ideen seiner Schrift seien lediglich als Denk­anstöße zu verstehen. Eine even­tuelle Neuausrichtung des Clubs festzulegen, sei Aufgabe des neuen Vorstands beziehungsweise einer eigens dazu einzurufenden Mitglie­der­ver­samm­lung. Nachdem dies klargestellt war, stand im Mittelpunkt der nun folgenden Diskussion vollends die Gegen­wart des Clubs. Aus den meisten Wortmeldungen sprach dabei der Wunsch nach Veränderungen.
Bei der folgenden Abstim­mung erzielte Zoltán Lambert dann mit 37 Prozent der abgegebenen Stim­men zwar ein für einen Erst­as­pi­ranten auf den Vorstandsvorsitz beachtliches Ergebnis, konnte aber die Bestä­ti­gung von Manfred Bey für weitere zwei Jahre nicht wirklich gefährden. Dass die Mitglieder aber nicht nur auf Kontinuität setzen, sondern auch Veränderungen wollen, wurde dann bei der anschließenden Wahl der vier weiteren Vorstände deutlich.

„Frischer Wind“ durch neue Vorstände

Während Reinhard Hetzer und Friedel Hessling in ihren Positionen bestätigt wurden, kamen mit dem Anwalt Dr. Arne Gobert (Gobert, Fest & Partners) und dem Jour­na­lis­ten Jan Mainka (Budapester Zeitung & Bu­da­pest Times) gleich zwei neue Per­sonen in den Vorstand. Zuvor in der Diskussion hatten beide keinen Zwei­fel daran gelassen, dass sie für markante Veränderungen des Clubs eintreten würden. Arne Gobert sprach ausdrücklich von „frischem Wind“, für den er im Vorstand sorgen werde. Dass beide jetzt mit jeweils 77 Prozent der abgegebenen Stimmen zugleich die Vorstands­mit­glieder mit den meisten Stimmen im Rücken sind, kann als gutes Vor­zeichen dafür gewertet werden, dass aus dem Wind kein Wind­chen wird.

Veranstaltungen

Liebe Mitglieder und Freunde! Gerne dürfen wir Euch auf das Konzert von Man Doki Soulmates: Wings of Freedom
A Story of Mother Europe am Dienstag, den 8. August 2017 um 19:00 Uhr im Budapest Park, Budapest
hinweisen.

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Liebe Mitglieder und Freunde!
Hiermit möchten wir Euch herzlichst am Mittwoch, 21. Juni 2017 zu der letzten Veranstaltung vor der Sommerpause und damit traditionell zu unserer Top-Managerrunde und Sommerparty im Gundel Restaurant (1145 Budapest, Gundel Károly út 4.) einladen. 

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