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Veranstaltungen

Außenminister Dr. János Martonyi 18. Juni 2013


DWC-Vortragsabend und -Sommerparty

Gelungener Abschluss eines gelungenen Halbjahres

DWC-Präsident Dr. Arne Gobert,

DWC-Präsident Dr. Arne Gobert,

... mit Außenminister Dr. János Martonyi und

… mit Außenminister Dr. János Martonyi und

Die über Ungarn hereingebrochene Hochsommerhitze konnte nicht verhindern, dass sich der Deutsche Wirtschaftsclub Budapest (DWC) vergangenen Dienstag nach einem sehr erfolg­reichen ersten Halbjahr des im Januar gewählten neuen Vorstands mit einer Veranstaltung mit Rekordbeteiligung in den Sommer verabschieden konnte. Über 160 Gäste waren erschienen, um die Halbjahres-Bilanz von Club-Präsident Dr. Arne Gobert, den Vortrag von Außenminister Dr. János Martonyi (lesen Sie dazu den Bericht auf Seite 3) und das Konzert des ungarischen Popstars ByeAlex zu hören, aber nicht zuletzt auch, um auf der prächtigen Donau-Terrasse des Marriott einen angenehmen Abend in netter Gesellschaft zu verbringen.

mit DUIHK-Chef Gabriel A. Brennauer (r.).

mit DUIHK-Chef Gabriel A. Brennauer (r.).

WJU-Chef Blunck (l.) und DWC-Vorstand Grunert.

WJU-Chef Blunck (l.) und DWC-Vorstand Grunert.

Bei der DWC-Veranstaltung waren auch vier Botschaften (Deutsch­land, Österreich, Schweiz und Indien) vertreten, darunter die deutsche mit Matei Ion Hoffmann und die indische mit Gauri Shankar Gupta sogar auf Botschafterniveau. Mit dabei war im Zeichen eines freundschaftlichen Mit­einanders auch die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handels­kammer vertreten durch Präsident Dale A. Martin und Geschäftsführer Gabriel A. Brennauer. Unter den Gästen war weiterhin auch Frank Spengler, der Leiter der Budapester Re­präsentanz der Konrad-Adenauer-Stiftung, sowie Nils Blunck, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Ungarn (WJU).
Daran, dass der Erfolg des DWC nicht nur etwas mit der Leistung des neuen Vorstands zu tun hat, erinnert der Club-Vorsitzende eingangs, indem er auch allen anwesenden Mitgliedern den Dank des Vorstands für das entgegengebrachte Vertrauen aussprach. Ein Mitglied konnte sich sogar über noch mehr Anerkennung freuen: Ceyhun Demirkol, Regional­di­rek­tor der Deutsche Lufthansa AG, bekam als 150. Mitglied vom Club-Vor­sitzenden sogar eine Flasche französischen Champagner überreicht, wobei der DWC zum Zeitpunkt der Übergabe bereits 152 Mitglieder hatte und damit etwa ein Drittel über dem Eröffnungswert vom Jahresanfang lag.

2324Der musikalische Höhepunkt des Abends war freilich der Auftritt von ByeAlex, der mit seinem beachtlichen Eurovision-Abschneiden – möglich geworden unter anderem durch die 12 Punkte aus Deutschland – auf einen Schlag in die Riege der ungarischen Popstars vorgestoßen ist. Das Publikum erfreute er mit drei seiner Lieder, darunter natürlich auch mit dem Eurovisions-Hit „Kedvesem“. Zu einer Zugabe ließ sich Bye­Alex dann zwar nicht mehr breitschlagen, allerdings blieb er nach seinem Auftritt noch mehrere Stunden da, verteilte geduldig Autogramme, ließ sich fotografieren und beantwortete bereitwillig Fragen rund um seinen Eurovisions-Auftritt und seine weitere musikalische Karriere.
Doch nicht nur auf ihn wirkte die Terrasse an diesem sommerli­chen Abend wie ein Magnet, auch das Gros des Publikums hielt sie – aber natürlich auch die gute Gesellschaft – noch bis weit nach Mitternacht in Bann. Die letzten Gäste kehrten ihr gar erst gegen halb drei den Rücken. Wer nach all dem Lust auf noch mehr DWC-Party hat, der muss sich nun bis zum 4. September gedulden, wenn der DWC diesmal ins Casa Brasil zu einer Nachsommer-Party einlädt.


Außenminister János Martonyi beim Deutschen Wirtschaftsclub

„Der Preis, den Ungarn zahlen muss“

Außenminister János Martonyi: „Die europäische Integration ist alternativlos.”

Außenminister János Martonyi: „Die europäische Integration ist alternativlos.”

Europäische Schuldenkrise, Kritik an der Regierung Orbán und die Frage nach der deutschen Führungsrolle in Europa. Vor diesem Hintergrund hielt vergangenen Dienstag der ungarische Außenminister Janos Martonyi auf Einladung des Deutschen Wirtschaftsclubs einen Vortrag zum Thema „Europapolitik und wirtschaftliche Herausforderungen“. Ein Loblied für die deutsche Europapolitik und eine zaghafte Kritik an europäischen Institutionen.

„Die europäische Wirtschaft befindet sich in einer Rezession, aber wir sehen bereits ein Licht am Ende des Tunnels“: Mit dieser optimistischen Botschaft leitete der Außenminister János Mar­to­nyi seinen Vortrag ein. Ein Zei­chen für einen langsamen Wirt­schafts­aufschwung sei etwa die Entlassung von fünf Staaten aus dem Defizitverfahren, darunter auch Ungarn. In seiner Rede zog der studierte Jurist auch eine Bilanz der bisherigen Anstrengungen zur Krisenbewältigung auf nationaler und europäischer Ebene. Er warf unter anderen die Frage auf, ob der Effekt fiskalpolitischer Impulse auf den Wachstumspfad einer Volks­wirt­schaft nicht überschätzt wurde. „Man sollte sich davor hüten, Kon­so­lidierung und Wachstum gegeneinander aufzustellen“, erklärte der Außenminister.
Die größten Probleme, denen sich die europäischen Volkswirt­schaften derzeit stellen müssen, seien ein minimales Wachstum und die hohe Ar­beitslosigkeit. Vor allem die Ju­gend­arbeitslosigkeit mache der un­ga­rischen Regierung Sorgen. Die La­ge sei weiterhin ernst, unterstrich Martonyi. Egal, welche Krisen­be­wäl­tigungsstrategie ein Land wähle, es würde einen hohen Preis zahlen müssen. An dieser Stelle wies er darauf hin, dass sich in Staaten, welche die Kosten der Sparpolitik auf die Privathaushalte legen, Pro­test­bewegungen bilden und politische Instabilität entstehe.

Im Gespräch mit dem deutschen Botschafter Matei Ion Hoffmann (l.).

Im Gespräch mit dem deutschen Botschafter Matei Ion Hoffmann (l.).

 „Die ungarische Lösung“

Im Gegensatz dazu sehe die „ungarische Lösung“ eine Belastung von starken Marktteilnehmern, wie Ban­ken, Telekommunikations­un­ter­nehmen und Energiekonzernen vor. Gleichzeitig bestreitet Martonyi, dass multinationale Unternehmen die größte Last dieser Politik tragen. So seien es nämlich etwa im Banken- und Energiesektor zwei ungarische Unternehmen, die die meisten Steuern zahlen. Nichtsdes­to­trotz sei das einer der Gründe für eine politische Kampagne gegen Ungarn, die nun schon über drei Jahre dauere. „Dies ist der Preis den Ungarn für seine Krisenbe­wäl­ti­gungsstrategie zahlen muss“, sagte der Außenminister mit einem gewissen Pathos.

Ungarns Wirtschaft von der deutschen abhängig

Gemeinsam mit dem Gastgeber, dem DWC-Vorstandsvorsitzenden Arne Gobert (r.).

Gemeinsam mit dem Gastgeber, dem DWC-Vorstandsvorsitzenden Arne Gobert (r.).

Eindeutig positiv äußerte sich Martonyi zur Rolle Deutschlands in Europa. Eine etwa von Polen geforderte Führungsposition Deutsch­lands innerhalb der Europäischen Union erachtet er aber als keine gute Idee. „Wir in Ungarn glauben, Deutsch­lands Europapolitik ist korrekt. Es ist nicht leicht die aus der wirtschaftlichen Überlegenheit resultierenden Ansprüche, auch eine politische Übermacht zu werden, kleinzuhalten. Die Kanzlerin, der Fi­nanzminister und der Außenmi­nister haben diese Aufgabe bis jetzt gut gelöst.“
Allerdings zeigte sich Martonyi davon beunruhigt, dass die „ungarische Frage“ Eingang in die innenpolitischen Debatten in Deutsch­land gefunden habe. Er spielte damit auf das Streitgespräch der beiden deutschen Kanzlerkandidaten, in dem Steinbrück der Kanzlerin vorwarf, in Anbetracht der Demo­kra­tiedefizite in Ungarn nicht genügend Druck auf Viktor Orbán auszuüben. Die ungarische Regierung bewerte dies vor allem als einen verzweifelten Schritt der deutschen Opposition („Was kann sie gegen Kanzlerin Merkel schon ins Feld führen!“), um gegen die Regie­rungs­koalition politisch an Land zu gewinnen. „Damit müssen wir leben“, stellte Martonyi fest, „aber das heißt nicht, dass wir diese Zu­sam­menhänge nicht durchschauen“.
Der ungarische Außenminister betonte auch, dass Ungarns „Schic­k­sal“ von den zukünftigen Entwick­lun­gen in Deutschland, insbesondere der deutschen Wirtschaft, weiterhin stark abhängt. 25 Prozent der ungarischen Exporte gingen nach Deutschland, 26 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen sei­en deutschen Ursprungs und etwa 25 Prozent der Touristen kämen aus Deutschland.
Martonyi beendete seinen Vor­trag mit einem Plädoyer für die europäische Integration. Eine Alter­native dazu gebe es nicht. Selbst wenn der Euro scheitern sollte, würde der einheitliche Markt wei­ter­hin fortbestehen. Mit dem Ver­weis auf Erfahrungen aus der ungarischen Geschichte forderte der Außen­minister auf EU-Ebene jedoch weiterhin eine juristische Gleich­behandlung der einzelnen Mitgliedsstaaten, die Respektie­rung ihrer Identität und ein Agieren der europäischen Institu­tionen im Rah­men der ihnen von den Natio­nal­staaten übertragenen Kompeten­zen: „Wir haben schon ein System erlebt, dass nicht auf Rechten und Pflich­ten aufgebaut war, sondern das sich politischer Dominanz bediente. Im „Rat für gegenseitige Wirt­schafts­hilfe“ gab es keinen Gerichts­hof. Wirtschaft­liche Pro­ble­me wurden mithilfe von politischem Druck gelöst.“ Auf den kritischen Bericht der Venedig-Kom­mis­sion hinsichtlich der Ver­einbarkeit der Vierten Ver­fas­sungs­änderung mit rechtsstaatlichen Prinzipien, der ein Tag zuvor offiziell veröffentlicht wurde, ging der Außenminister nicht ein.



 
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Veranstaltungen

Liebe Mitglieder und Freunde! Gerne dürfen wir Euch auf das Konzert von Man Doki Soulmates: Wings of Freedom
A Story of Mother Europe am Dienstag, den 8. August 2017 um 19:00 Uhr im Budapest Park, Budapest
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Liebe Mitglieder und Freunde!
Hiermit möchten wir Euch herzlichst am Mittwoch, 21. Juni 2017 zu der letzten Veranstaltung vor der Sommerpause und damit traditionell zu unserer Top-Managerrunde und Sommerparty im Gundel Restaurant (1145 Budapest, Gundel Károly út 4.) einladen. 

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