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Veranstaltungen

Dr. Matolcsy György:„Die monetäre Politik und das wirtschaftliche Wachstum“ 22. Mai 2013

Nationalbank-Präsident György Matolcsy vor dem Deutschen Wirtschaftsclub

„Wir brauchen Sie ganz stark“

Nationalbankpräsident György Matolcsy: „Schrittweise und berechenbare monetäre Politik.“

Nationalbankpräsident György Matolcsy:
„Schrittweise und berechenbare monetäre Politik.“

Es war der erste Auftritt des Nationalbankprä­si­den­ten György Matolcsy seit seiner Ernennung im März vor einer ausländischen Wirtschaftsvertretung. Ent­spre­chend groß war das Interesse. Der Organisator, der Deutsche Wirtschaftsclub Budapest (DWC), konnte sich über eine Rekordzahl von fast 150 Gästen freuen, darunter waren auch die Vertreter der drei deutschsprachigen Botschaften sowie Kammern. Von deutscher Seite mit dabei waren unter anderem DUIHK-Geschäftsführer Gabriel A. Brennauer sowie der vor gut einer Woche gewählte DUIHK-Präsident, der Siemens-CEO Dale A. Martin.

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Nationalbankpräsident György Matolcsy zusammen mit dem DWC-Vorsitzenden Arne Gobert.

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Erster Auftritt von Matolcsy als MNB-Präsident vor einer ausländischen Wirtschaftsvertretung bescherte dieser DWC-Veranstaltung eine Rekordteilnehmerzahl.

Oberbank

Oberbank-Repräsentanzleiter Peter Szenkurök: “Wir als Oberbank werden uns sehr ambitioniert an diesem Programm beteiligen.”

Bevor Matolcsy zu seinem eigentlichen Kurzvor­trag kam, würdigte er zunächst die überragende Bedeutung der deutsch-ungarischen Beziehungen, insbesondere der Wirtschaftsbeziehungen. So wertete er etwa die Audi-Investitions-Entscheidung für Ungarn in der ersten Hälfte der 90er Jahre als ein klares Zeichen dafür, dass Ungarn wieder zu Europa gehöre. Die aktuelle Großinvestition von Daimler in Kecskemét, aber auch die Audi-Entscheidung, in Gyõr ein komplettes Fahrzeugwerk zu errichten, interpretierte er als einen Ausdruck dafür, dass Ungarn wieder im entwickelten Europa angekommen sei. „Seit der Wende sind Ungarn und Deutsch­land enge politische Verbündete, seit dem EU-Beitritt Ungarns wurde dieses Bündnis sogar noch enger.“ Die ständige Vertiefung der bilateralen Bezie­hungen setze sich auch über den Regie­rungs­wech­sel 2010 hinaus weiter fort. Und, als wollte Matolcsy auch letzte Zweifel an der großen Wert­schätzung auch dieser Regierung und ihrer Expo­nenten für Deutschland zerstreuen, wies er in einem sehr persönlich gehaltenen Exkurs sogar darauf hin, dass er selber deutsche Wurzeln habe.
Sodann kam Matolcsy zur Einschätzung der gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Lage, die nach den ihm vorliegenden und von ihm vorgetragenen Zahlen gar nicht so schlecht sei, wie manche Kritiker Ungarns glauben. Insgesamt habe Ungarn in den vergangenen drei Jahren, nachdem das Land mit dem Regierungswechsel 2002 einen „Pfad der zerstörerischen Wirt­schafts­­po­li­tik“ betreten hatte, die Phase der Bud­get­kon­so­lidierung erfolgreich abgeschlossen. Nun breche eine neue Phase an, nämlich die des Wachs­tums und Auf­baus, bei der er als Präsident der Noten­bank mehr sein will, als nur ein Hüter der Wäh­rungs­stabilität. Mehr­fach betonte er aber auch, dass seine Bank dabei nur sehr behutsam und konservativ vorgehen wer­­de. Ungarn brauche auch keine dramatischen So­fort­maßnahmen wie etwa Japan, wo die dortige Zentralbank innerhalb von nur zwei Jahren die Geldmenge verdoppelt habe.
Zu den behutsamen Maßnahmen der Notenbank gehörten neben einer „schrittweisen und berechenbaren“ Leitzinssenkung auch das kürzlich aufgelegte Wachstumskreditprogramm seiner Bank, das kleinen und mittelständischen Unternehmen über die Ver­gabe von Krediten mit einem Zinssatz von 2,5 Pro­zent zu mehr Wachstum und Stabilität verhelfen soll. Damit dieses Programm ähnlich erfolgreich wird wie sein großes Vorbild, das Funding for Lending Scheme (FLS) der Bank of England, hofft Matolcsy auf eine gute Kooperation mit der Finanzwelt und der Realwirtschaft. „Wir brauchen starke Ver­bün­dete, wir brauchen Sie ganz stark“, wandte er sich direkt auch an das Publikum der DWC-Veranstaltung. Einen Verbündeten hatte er an diesem Abend ganz sicher vor sich. „Wir als Oberbank werden uns sehr ambitioniert an diesem Programm beteiligen“, kündigte etwa Peter Szenkurök im Diskussionsteil an. Das Programm, das eine Diskussionsteilnehmerin kurzerhand in ein „Matolcsy-Programm“ umtaufte (was der so geehrte allerdings gleich entschieden von sich wies), bezeichnete der Leiter der hiesigen Repräsentanz der österreichischen Oberbank als einen „großen Wurf“, der die Wirtschaft voranbringen und für Unternehmer ein Anreiz sein könne, Investitionen vorzuziehen.
Ausgelegt ist das Anfang Juni beginnende Pro­gramm zunächst auf drei Monate. Ende August soll es evaluiert werden. Abhängig davon soll dann die Entscheidung darüber fallen, ob und unter welchen Bedingungen das Programm fortgesetzt wird. Wenn es nach Matolcsy ginge, wäre die Frage der Fort­setzung schon fast entschieden: „Ich persönlich hoffe ganz stark, dass wir das Programm fortsetzen können, vielleicht sogar auf einen längeren Zeitraum ausgelegt und noch zielgerichteter.“

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DUIHK-Geschäftsführer Gabriel A. Brennauer, DUIHK-Präsident Dale A. Martin und DWC-Vorsitzender Arne Gobert (v.l.)




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